"Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen"
Wir fordern: „Taten statt Worte“

 

Mittwoch, 16. November. "Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen", sprach Bundestagsfraktionschef Volker Kauder auf dem CDU-Parteitag in Leipzig. Jetzt auf einmal. Wer weiß, welches Kauderwelsch die armen Europäer zuvor wohl von sich gegeben hatten. Ich habe nicht die geringste Ahnung; es ist mir aber auch völlig egal. Hauptsache, jetzt wird endlich Deutsch gesprochen. Sonst versteht man ja auch gar nichts …

 

Deutsch – warum denn eigentlich auch nicht?! Deutsch – das ist die Sprache Goethes und Schillers, Heines und Brechts, und vieler anderer Dichter und Denker, die diesem auserwählten Volk mit seiner einzigartigen Sprache zu dem Ehrentitel „der Dichter und Denker“ verholfen hatte. Auch weniger bekannte Autoren bedienten sich zunächst der deutschen Sprache, wie z.B. Anne Frank, bis sie sich später – aus Gründen, die hier nicht hingehören – für die niederländische entschieden hatte.

 

Deutsch – welch eine schöne Sprache, welch eine präzise, welch eine kraftvolle Sprache! Welch ein Glück für die Europäer, dass auf ihrem alten Kontinent jetzt endlich Deutsch gesprochen wird! Gewiss, das ein oder andere deutsche Wort hatten Europäer auch so bereits in den zurückliegenden Jahrzehnten kennenlernen dürfen. „Blitzkrieg“ zum Beispiel. Oder „Konzentrationslager“. Oder „Vergasung“, „Anschluss“, „Mischehe“, "Volksgerichtshof", „Halbjude“ usw. usf.

 

Ohne uns hätten doch all die Tommys und die Froschfresser, die Käsköppe und die Spaghettis und wie sie alle heißen diese wunderschönen Wörter niemals kennenlernen dürfen! Aber es ist nun einmal einfach etwas Anderes, hier und da mal einen Brocken aufzuschnappen als eine Sprache wirklich zu beherrschen. Auch klar: so richtig beherrschen werden sie die nie, die Ausländer die deutsche Sprache. Das können nur wir!

 

Aber ein wenig mehr anstrengen könnten sie sich eben schon, finde ich. Wenn ich das schon immer höre: „Ich nix Deutsch!“ – „Ach so“, sage ich dann. „Du nix Deutsch. Ja näh, iss klar.“ Wir dagegen bauen immer wieder sprachliche Einflüsse anderer „Kulturen“ sorgsam in unser Deutsch mit ein. Das jüngste Beispiel: „Dönermorde“. Dönermorde - sagen Sie selbst: das macht uns doch niemand nach! Das Ausland versucht es jetzt mit „kebab murders“. Mein Gott, wie peinlich!

 

Ausgerechnet auf Englisch! Das kann einem sowieso auf den Keks gehen. Englisch hier, Denglisch da – das Deutsche soll aussterben. Darum geht es doch. Aber nicht mit uns! "Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen", stellt Kauder fest. Na bitte, geht doch! Der nationale Widerstand hat sich gelohnt. Deutsch Sprechen – das ist die Lösung. Das meint natürlich nicht allein die Sprache, und Volker Kauder meinte sie schon gar nicht.

 

Deutsch Sprechen – das ist ein Gebot der Lebenseinstellung. „So, jetzt sprechen wir einmal Deutsch miteinander!“ Dann geht es zur Sache; dann wird Tacheles geredet. Am besten auf Deutsch, logisch – wegen der Schönheit, der Präzision und der Kraft. Zur Not eben mit einem Übersetzer. Aber Deutsch ist mehr als nur die Sprache; es ist ein Prinzip. Geradlinigkeit, Ehrlichkeit, Rücksichtslosigkeit – die deutschen Tugenden eben. Gerade in der Politik haben sie zur Geltung zu kommen.

 

Und genau so meinte ja Kauder auch seine bemerkenswerte Äußerung. Er ist ja schließlich auch ein Politiker. In seiner Parteitagsrede, der dieses unnachahmliche Zitat entnommen ist, hat er für eine einheitliche Politik der EU plädiert. Und klar benannt, welche Politik hierbei als Vorbild zu dienen hat: die deutsche selbstverständlich. „Frankreich hat das Wort Schuldenbremse zunächst gar nicht aussprechen wollen. Nun bezeichnet es die Schuldenbremse als den goldenen Weg.“

 

Ja sicher, zunächst einmal ist dies nur ein Lippenbekenntnis. Vielleicht aber ein erster Schritt. Uns Deutschen ist dabei selbstverständlich klar: es geht um Taten statt Worte. Genau so hatte es die Kanzlerin erst kürzlich den Griechen klipp und klar ins Stammbuch geschrieben: wir verlangen „Taten statt Worte“. Uns interessieren auch nur Taten, keine Worte. Um ehrlich zu sein: Taten sind wichtiger, viel wichtiger noch als sogar deutsche Worte.

 

Deutsch Sprechen – schön und gut. Volk der Dichter und Denker – noch schöner. Doch der wahre Deutsche ist ein Mann der Tat. Wer nicht sparen will, muss fühlen! Anders ist doch diesen ganzen Hallodris gar nicht mehr beizukommen. Anders war denen eigentlich noch nie beizukommen. Aber jetzt ist Schluss! Jetzt sprechen wir endlich Deutsch mit denen. Und wenn die alle daran kaputtgehen. Die Zinsen für die Franzosen gehen auch schon durch die Decke.

 

So, Kauder, und falls Ihnen vorschweben sollte, dass wir Deutsche auch noch für diese Froschfresser bezahlen sollen, sage ich Ihnen eins: Ihre schönen Worte haben wir vernommen. Aber für uns gilt das Wort Ihrer Kanzlerin, Ihrer Chefin: „Taten statt Worte“. Bedenken Sie: der nationale Widerstand formiert sich. Nein, Kauder, nicht der „nationalsozialistische Widerstand“. Wo denken Sie nur hin?! Und auch nicht „im Untergrund“. Das sind doch Extremisten. Mit ihrer Parole „Taten statt Worte“ haben Sie allerdings Recht.

 

Die gilt für jeden anständigen Deutschen. So, und jetzt sprechen wir einmal Deutsch miteinander! Damit das klar ist, Kauder: wenn Sie weiter unser sauer verdientes deutsches Geld den ganzen Hallodris im Süden hinterherwerfen, dann ist Schluss mit lustig. Dann gibt es aber richtig Ärger. Ach was, doch nicht in einer Dönerbude! Auf dem nächsten CDU-Parteitag. Dann schreitet der nationale Widerstand mit deutschen Worten zur Tat.

 

Werner Jurga, 16.11.2011





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