Old Merlin im Dialog mit dem überraschten Jurga


Im Dialog mit Pegida? 


"Eine Bemerkung von mir an Sie"


Samstag, 31. Januar 2015. Meine Anmerkungen zum Pegida-Positionspapier sind nicht nur hier, sondern auch im Blog zoom erschienen. Dort ist Anfang dieser Woche, also mehr als einen Monat nach der Veröffentlichung, ein Kommentar eingetrudelt, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Unter einem Pseudonym, also anonym, wirft ein Leser die Frage auf, ob es nicht sein könne, dass ich „mich nicht traue“, mich zu „Fehlern“ in der Politik dieses Landes zu äußern.  


Unter den zweiten Teil meiner kleinen dreiteiligen Serie hat er seine Missbilligung gestellt. „Old Merlin“ nennt sich der heitere Zeitgenosse. Da ich mich mit Mythen, Fantasy und diesen Dingen nicht so gut auskenne, habe ich mal bei Wikipedia nachgesehen und dort gefunden, dass Merlin „der Name eines der bekanntesten mythischen Zauberer des westlichen Kulturkreises“ ist. Dennoch... - irgendwie kommt mir mein Kritiker überhaupt nicht so westlich-kulturkreisisch vor.  


Nun liegt es im Wesen des anonym Geschriebenen, dass wir nicht wissen, um wen es sich beim Autoren handelt. Und doch habe ich mir vorgestellt, dass es sich bei „Old Merlin“ um einen typischen Mitläufer der Pegida-Spaziergänge im Elbflorenz mitten im Tal der Ahnungslosen handeln könnte. Das stimmt aber nicht ganz. Eigenen Angaben zufolge hatte der mythische Zauberer bereits vor dem Bau der Mauer und der Abriegelung durch Stacheldraht rübergemacht.  


Vermutlich lebt „Old Merlin“ heute irgendwo im Sauerland, also dort, wo auch zoom zu Hause ist. Im folgenden also, wie versprochen, sein Kommentar... und klar: plus meiner Erwiderung. Sein Kommentar freilich ohne Bearbeitung durch mich – nicht etwa in denunziatorischer Absicht, sondern aus Respekt vor dem Original, und weil ich – schon im ersten Absatz – gar nicht wüsste, wie ich korrigieren müsste, ohne die Authentizität des Textes zu gefährden.  


Werner Jurga, 31.01.2015




"Old Merlin" schrieb am 28. Januar 2015


Sehr geehrter Herr Dr. Werner Jurga tun Sie mir einen Gefallen und lesen Sie nur das Schwarze auf dem Weißen. Denn zwischen den Zeilen wird eigentlich nur die eigene Meinung wieder gegeben.

Und meistens stimmt das nicht mit dem geschriebenen Wort überein. Wenn ich nur die 19 Punkte sehe haben diese Leute eigentlich Recht. Zum Beispiel die Kasernierung von Flüchtlingen genau dieses habe ich persönlich mit gemacht. Damals über die grüne Grenze Lager Westberlin , Lager Hamburg beides waren riesige Kasernen . Wir sind gut behandelt worden und haben uns auch dem entsprechend benommen . Wir haben aber auch keine unnötigen Forderungen gehabt. Aber jeder hat seinen eigenen Charakter. Und wenn Sie schon diese Punkte demontieren; dann bitte auch sagen das das Ihre alleinige Meinung ist.

Dann noch eine Bemerkung von mir an Sie.

Denken Sie sie wären arm hätten sehr wenig Geld zum Leben und lesen unsere deutschen Gesetze. Wie z.B. GG, Steuergesetz , Abgabengesetz und Sozialgesetz . Aber ich nehme an hier finden Sie keine Fehler oder trauen sich nicht sich dazu zu äußern.




Ich antwortete am 28. Januar 2015


Sehr geehrter Herr Old Merlin,

ja, ich gestehe: ich gebe “zwischen den Zeilen” (das war aber eher unbeabsichtigt) “eigentlich nur die eigene Meinung wieder” – aber immerhin meine, weshalb ich das kleine Wörtchen “nur” nicht gerade als schmeichelhaft empfinde.

Richtig verärgert hat mich allerdings Ihr Verdacht, ich traute mich nicht, GG, Steuergesetz , Abgabengesetz und Sozialgesetz” zu kritisieren. Also bitte: Im Grundgesetz sind die Bund-Länder-Zuständigkeiten teils irrwitzig geregelt. Dass das Steuersystem einkommensschwache Familien nicht vor Zahlungen bewahrt und dass von der Progression vor allem die wirklichen Leistungsträger in der Mittelschicht erfasst werden, ist schlichtweg asozial. Und dass danach die ALG-2-Sätze (Hartz IV) deutlich angehoben gehören, versteht sich.

Aber, Old Merlin, jetzt mal aufgepasst: ich kritisiere die sozialen Realitäten, während Sie diese als Fehler bezeichnen. Das ist schon ein ganz wesentlicher Unterschied. Aus meiner Kritik können Reformvorschläge abgeleitet werden. Was aber folgt aus Ihrer “Richtig-Falsch”-Einteilung? Im Gegensatz zu Ihnen, der Sie mir Feigheit unterstellen, maße ich mir hier keinerlei Spekulation über Ihre Motive an.




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