Wahlen, der Altmaier und 11er Oldies
Meistgeklickt 2012

Freitag, 28. Dezember 2012. Am Ende des Jahres ein Rückblick in eigener Sache. Warum denn auch nicht? 

Mich hat interessiert, welche Artikel sehr häufig angeklickt worden sind, und welche eher „gefloppt“ haben. Also habe ich das Programm WebAnalytics angeworfen, das der Internetdienstanbieter seinen Kunden, also auch mir, zur Verfügung stellt. Auf „Meistgeklickt seit 1. Januar 2012“ eingestellt, hat die Maschine mir meine eigenen Top 30 in Sekundenschnelle angezeigt. 

Das Ergebnis hat mich überrascht. Wirklich. Spitzenreiter ist ein Artikel über den Multi-Wahlsonntag am 6. Mai. Am späten Wahlabend verfasst, erschienen am 7. Mai.

Schleswig-Holstein, Frankreich, Griechenland -
Eine Wahlnachlese
http://jurga.de/116.html

Auf Platz 2 eine Polemik vom 19. Juli gegen Journalisten, die – weil selbst schwul – sich berechtigt wähnten, die sexuelle Orientierung des Bundesumweltministers bekannt machen zu dürfen.

Peter Altmaier in der BamS, in der taz und sonstwo:
Der liebe Gott hat "pseudobarockes Geschwurbel" gefügt

http://jurga.de/104.html



jurga.de, WebAnalytics, 1. Jan. - 27. Dez. 2012


Nun gut, das Altmaier Zwangsouting könnte viele Menschen interessiert haben, auch und gerade Leute aus der Gay-Community. Aber ein Kommentar, der eine Reihe von Wahlergebnissen des Tages in einem Abwasch abfrühstückt? Wozu in vielen anderen Blogs und Online-Ausgaben ebenfalls kluge Kommentare erschienen sind? Sehr komisch. 

Eigentlich hätte ich damit gerechnet, dass Artikel, die sich mit Duisburger Ereignissen befassen, an der Spitze dieser Liste stehen. Immerhin ist 2012 ein Oberbürgermeister abgewählt und daraufhin ein neuer OB gewählt worden. Auch abgesehen davon gab es den einen oder anderen Artikel, der, um es einmal so zu sagen, nicht gänzlich unumstritten war. 

Allerdings darf diese „Hitliste“ auch nicht überbewertet werden. Nicht, dass ich WebAnalytics für unzuverlässig hielte. Ich schaue mir die Werte so etwa einmal wöchentlich an. Dabei habe ich den Eindruck gewonnen, dass das so in etwa hinkommen kann mit den gelieferten Zahlen. Es sind zwei andere Aspekte, die deren Aussagekraft ganz erheblich reduzieren. 

Der erste ist leicht erklärt: fast alle Artikel sind ebenfalls beim Duisburger Internet-Portal xtranews erschienen. xtranews hat aber deutlich mehr Leser als jurga.de. Der zweite Aspekt ist auch mir schier unerklärlich. Im Ernst, kein Witz, ich verstehe es nicht, es ist aber so: die Erscheinungstermine der beiden Spitzenreiter sind die Geburtstage meiner beiden Liebsten. 

Am 7. Mai (Wahlkommentar) hat meine Tochter Geburtstag, am 19. Juli (Altmaier-Artikel) meine Frau. WebAnalytics weiß doch überhaupt nicht, wann die beiden Geburtstag haben! Und warum sollten Freundinnen oder Freunde meiner Tochter oder meiner Frau, wenn sie gratulieren möchten, ausgerechnet meine politische Homepage anklicken?! 



jurga.de, WebAnalytics, 1. Jan. - 27. Dez. 2012


Das macht keinen Sinn. Als einzig mögliche Erklärung bleibt der Zufall. Die beiden erwähnten Artikel führen mit Abstand. Komischer Zufall. Die Plätze 3 und 4 unter den meistgeklickten Unterseiten 2012 belegen – auch komisch – Artikel aus dem Jahre 2011. Am 22.November 2011 habe ich geschrieben, dass die NSU-Morde in der Nazi-Musikszene bestens bekannt waren.

Rock und Täterwissen

Döner-Killer und Killer-Döner

http://jurga.de/97.html

 

Dieser Beitrag steht auf Platz 3 meiner persönlichen WebAnalytics-Liste; auf dem vierten Platz geht es dann endlich mal um Duisburg. Allerdings nicht um Kommunalpolitisches oder Kulturelles, sondern um ein Pöstchengerangel unter IG Metallern bei ThyssenKrupp Steel. Der Artikel vom 24. September 2011

Samstags in Duisburg, Teil 4:

wenn es in der Bude rappelt …

http://jurga.de/47.html

 

wurde auch noch in diesem Jahr von vielen Leuten angeklickt – und möglicherweise auch gelesen. Weiter habe ich die WebAnalytics-Liste nicht durchgesehen. Es ist recht mühselig, weil ja zwischen den Texten immer diese Steuerungsseiten auftauchen (Monatsübersichte, Impressum, Blogroll etc.). Erstens. Und zweitens: die Zahlen erfreuen zwar die Eitelkeit, sind aber ansonsten für nichts gut.

 

Werner Jurga, 28.12.2012





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