Sonntagsfrage April 2013:  

Koalition in allen Umfragen vorn


Mittwoch, 10. April 2013. Aus aktuellem Anlass diesmal schon nach drei Wochen erneut ein Blick auf die Sonntagsfrage. Zwar liegen für den April erst die Ergebnisse von vier Instituten vor, nämlich von Emnid , Forsa, Infratest dimap und INSA. Doch der Trend, besser: die Trends weisen überall in die gleiche Richtung.

SPD, aber auch die Grünen verlieren, während Union und FDP leicht zulegen, zumindest aber stabil bleiben. In allen Umfragen liegt Schwarz-Gelb vor Rot-Grün; im Schnitt, wie Sie der Tabelle entnehmen, mit vier Prozentpunkten (45 % : 41 %). Die Linken legen leicht zu, die Piraten sind nach wie vor abgeschlagen.


Sonntagsfrage April 2013

CDU/CSU

SPD

Grüne

Linke

FDP

Piraten

Sonstige

40 %

26 %

14 %

7 %

5 %

3 %

4 %


Gewiss, bis zur Bundestagswahl sind es noch gut fünf Monate hin. Es mag noch viel passieren, etwa in Bezug auf die Eurorettung. Dies Umfragewerte sind also nicht mehr als eine Momentaufnahme. Und doch zeigen sie recht unzweideutig, dass es bislang weder Sozialdemokraten noch Grünen gelungen ist, als Alternative wahrgenommen zu werden.

Dies ist umso bemerkenswerter, als dass nach Angaben verschiedener Institute die „soziale Gerechtigkeit“ das wichtigste Wahlkampf- bzw. das wahlentscheidende Thema sein werde. Immerhin das Gebiet, auf dem Rot-Grün und dabei insbesondere die SPD ein Vorsprung bei den sog. „Kompetenzwerten“ verzeichnen kann.


Diese Lage wird erklärt mit den hohen Beliebtheitswerten der Bundeskanzlerin bzw. mit der unglücklich verlaufenen Kampagne des SPD-Kanzlerkandidaten. Fraglos sind diese Erklärungen ebenso zutreffend wie die Binse, dass von der recht günstigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland naturgemäß die Regierung profitiert.

Es heißt, die Opposition werde nicht gewählt, die Regierung werde abgewählt. An all diesen Erklärungsmustern ist etwas dran, und doch ist davor zu warnen, sie für hinreichend zu halten. Die CDU trifft nicht mehr den Nerv der Menschen in den Großstädten, wird zurecht festgestellt. Doch sie punktet auf dem Land, wo die Zahl der Wähler zwar abnimmt, aber immer noch größer ist, als viele meinen.


Bei der Bundestagswahl wird, davon ist auszugehen, auch in vielen Großstädten die CDU vor der SPD liegen. Die Sozialdemokraten werden nicht um die Frage herumkommen, ob sie – im Gegensatz zur Union – den Nerv der Menschen treffen. Wäre das gegenwärtige Umfragedesaster allein der Wirtschaftslage und dem jetzigen Kanzlerkandidaten geschuldet, ließe sich diese Frage umschiffen.

Die SPD wäre schlecht beraten, gäbe sie sich dieser Hoffnung hin. Die Gefahr ist durchaus gegeben. In nicht allzu langer Zeit wird Steinbrück ebenso passé sein wie das aktuelle Wirtschaftswunder. Die Umfragen werden dann wieder die SPD an oder über der 30-Prozent-Marke zeigen, Futter für die für eine Großorganisation typischen Beharrungskräfte. In nicht allzu langer Zeit geht es für die SPD um Alles oder Nichts.

Werner Jurga, 10.04.2013







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