Christlicher Fundamentalist kündigt Strafanzeige an

Dienstag, 14. Juni. Heute um Viertel vor Drei habe ich eine eMail erhalten. Absender: die Redaktion von „via dolorosa“. Wahrscheinlich von „via“, den oder die ich hier bei den Ruhrbaronen kennengelernt hatte. Unterzeichnet hat jedenfalls ein Herr oder eine Frau „J. Malhofer“. Das Schreiben selbst beginnt mit einem „Wir“. Vermutlich die Redaktion von „via dolorosa“. Sie gibt mir zwölf Stunden Zeit, … - ach, wissen Sie was? Lesen Sie selbst!

Guten Tag Herr Jurga,

wir geben Ihnen 12 Stunden Zeit, um aus diesem Text: http://www.jurga.de/16.html
die Behauptung, wir seien "radikale Evangelikale" zu entfernen und folgenden Absatz:

-"via" hat in Kommentar # 102 nun wirklich für ein hinreichendes Maß an Deutlichkeit gesorgt. Eine butterweiche Distanzierung vom heimtückischen Mord, dessen ideologische Rechtfertigung sogleich - wenn auch ein wenig verbrämt - hinterher geschoben: "via" hat sich als Sympathisant des Terrors bekannt. Religiös begründeten Terrors, also politisch rechtsextremen Terrors. Sein Ziel ist - in seiner Terminologie - der "Gottesstaat", also eine klerikal-faschistische Priesterherrschaft.
Dies mag nach gegenwärtigen Maßstäben reine Spinnerei sein. Man blicke in die USA, man bedenke, welch ungemeinen Aufschwung die Frömmelei hierzulande trotz Stagnation und Regression der Amtskirchen genommen hat - vielleicht wird man dann ein wenig aufmerksamer.-

Und alle weiteren Hinweise und Behauptungen dazu. Des Weiteren fordern wir Sie auf, die entsprechende Webseite/den Text auch aus dem Google-Cache zu löschen bzw. löschen zu lassen. Wir verweisen auf § 187 StGB und § 186 StGB.

Sollten Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, werden wir diese Sache an einen Rechtsanwalt weiterleiten und ohne weitere Kommentare am 15.Juni 2011 zur Anzeige bringen. Wir weisen Sie ebenfalls darauf hin, dass wir alle Dateien digital gesichert haben.


Mfg
J.Malhofer


Gut eine Stunde später, um drei Minuten nach Vier, ist dann Herrn oder Frau Malhofer noch etwas eingefallen, nämlich dieses:

Herr Jurga,

wir erweitern unsere Forderung dahingehen, das, wir auch die Löschung des Facebook Beitrages zu diesem Thema verlangen und verbieten Ihnen ab sofort die Nutzung unserer Grafik die sie auf Facebook und auf Ihrer Webseite nutzen.

Jeweils mit denselben Konsequenzen und mit dem Verweis auf unser Urheberrecht bzw. auf unser Copyright.

http://www.facebook.com/werner.jurga#!/werner.jurga?sk=wall
http://www.jurga.de/resources/via.jpg

MfG

Malhofer


Wirklich nervig, so etwas! Bei Facebook etwas zu löschen. Dennoch bin ich dieser freundlichen Bitte sogleich nachgekommen. Denn das geht nun wirklich gar nicht. Eine Grafik anderer Leute ohne Genehmigung nutzen. Also, die Sache ist erledigt; das hübsche Logo habe ich sofort gelöscht. Ich bin aber auch ein Sünder.

Auf „via dolorosa“ habe ich gerade einen weisen Spruch gelesen:

Wenn ich nicht gekommen wäre und es ihnen gesagt hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde.

Zitieren darf man ja. Gott sei Dank! Und seine freie Meinung äußern, sowieso. Also mache ich das nochmal: „via“ ist meiner Meinung nach ein radikaler Evangelikaler, also ein Klerikal-Faschist, der nicht davor zurückschreckt, Morde an seinen Gegnern als relativ uninteressant zu marginalisieren.
Mal abwarten, was die Staatsanwaltschaft dazu meint…

Werner Jurga, 14.06.2011