Sonntagsfrage Mai 2013 (Upload)


CDU/CSU

SPD

Grüne

Linke

FDP

Piraten

AfD

Sonstige

40 %

26 %

14 %

7 %

4 %

3 %

3 %

3 %


Samstag, 18. Mai 2013. Weil gestern, nachdem ich die Durchschnittswerte aus den Ergebnissen berechnet hatte, drei Institute neue Zahlen veröffentlicht haben (Forschungsgruppe Wahlen, Infratest dimap und INSA), mache ich heute dieses Upload. Die Ergebnisse der Neuberechnung sind nahezu unverändert. Die Union hat zulasten der Grünen etwas zugelegt.

Werner Jurga, 18.05.2013



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Freitag, 17. Mai 2013. Einige Wahlforschungsinstitute haben neue Resultate veröffentlicht; eine günstige Gelegenheit also, um mal wieder das arithmetische Mittel aus den jüngsten Resultaten zu berechnen. Berücksichtigt sind die Ergebnisse von Allensbach, Emnid, Forsa, INSA, GMS und Infratest dimap (ARD-Deutschlandtrend). Die Werte der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF-Politbarometer) blieben unberücksichtigt, weil die letzten Daten noch aus dem April, mithin zu alt sind.


Die Vergleichswerte sind vom 10. April; im Mai sehen der Durchschnitt der Umfrageergebnisse der genannten sechs Institute folgendermaßen aus:



Bei der Union machten sich die Hoeness-Affäre und die Verwandten-Affäre im bayrischen Landtag bemerkbar. Die SPD konnte davon nicht profitieren, hat aber ihren Abwärtstrend gestoppt. Bemerkenswert ist, dass sich der Parteitag der Grünen offenbar positiv ausgewirkt hat, obgleich Steuererhöhungen beschlossen wurden, die gerade auch die eigene Klientel treffen. Die FDP liegt wieder etwas unterhalb der 5%-Marke; hier dürfte sich die Gründung der Anti-Euro-Partei bemerkbar gemacht haben. Die AfD wird meist bei 3 % gemessen. Auch die Piratenpartei kommt auf 3 %; ob sich der Parteitag positiv ausgezahlt hat, lässt sich noch nicht sagen, da die Umfragedaten zumeist vorher erhoben worden sind. Andere Parteien, etwa die Freien Wähler und die NPD, spielen keine Rolle, sie kommen zusammen ebenfalls nur auf 3 %.


Gut vier Monate vor dem Wahltermin ist es unwahrscheinlicher geworden, dass die schwarz-gelbe Koalition im Amt bestätigt werden könnte. Zusammen kommen CDU/CSU und FDP auf 43,5%. Selbst wenn die Liberalen den Wiedereinzug in den Bundestag schaffen sollten, fehlen doch noch einige Prozentpunkte zur Mehrheit. Allerdings liegt das Regierungsbündnis zwei Prozentpunkte vor Rot-Grün (41,5%). Dies könnte sich bis Ende September noch drehen; eine Kanzlermehrheit für SPD und Grüne gilt jedoch als unwahrscheinlich.


Unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich, ist, dass die Piratenpartei die 5%-Sperrklausel überwindet. Hingegen gilt der Wiedereinzug der Linken in den Bundestag als sicher. Selbst wenn die Linkspartei gegen alle Erwartungen nicht hinreichend Zweitstimmen bekäme, könnte sie immer noch durch mindestens drei Direktmandate in Fraktionsstärke in den Bundestag einziehen. Die Linke hat fünf Wahlkreise, in denen ihre Kandidaten favorisiert sind, zu Wahlkampfschwerpunkten erklärt; gewinnt sie in drei die meisten Erststimmen, gelten ihre Zweitstimmen auch dann, wenn sie die 5%-Hürde reißen sollte.


Während bei Piraten und Linken eine Prognose möglich scheint, ist das Rennen für FDP und AfD völlig offen. Zwar machen sich auch die für die AfD gemessenen 3% bescheiden aus, für eine neugegründete Partei sind sie aber so schlecht nicht. Ich bleibe dabei: wenn es der AfD-Führung gelingt, erwiesenermaßen rechtsextremistische Personen vom Parteiapparat fernzuhalten, wird die Anti-Euro-Partei im Falle einer – medienwirksamen - "Rückkehr" der Eurokrise den Einzug in den Bundestag schaffen. Je besser die Chancen der AfD, desto schlechter die Aussichten für die FDP. Wenn der AfD-Spuk bis zum September nicht verfliegt, wird es für die Liberalen richtig eng.



Werner Jurga, 17.05.2013







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